Drei Bärtige

Sieh, wie friedlich das Volk in meinen Armen schläft!

Schauspiel mit Figuren und Objekten

Kaufmann & Co./Molnár und Bettini [IT]
Spiel: Alexandra Kaufmann, Eva Kaufmann, Gyula Molnár
Text: Ensemble
Puppenbau: Gigio Brunello und Ensemble
Szenografie: Francesca Bettini, Werner Wallner
Lichtdesign: Werner Wallner
Regie: Francesca Bettini


Drei Darsteller versuchen, versteckt hinter langen falschen Bärten, ein kleines dickköpfiges Volk zu zähmen, das sie selbst gezeugt haben. Getrieben von einer unbestimmten euphorischen Ahnung, Figuren großer biblischer Bedeutung zu entsprechen, aber behindert von ihrem großen Verantwortungsgefühl für ihr Volk, befürchten sie, dieser großen Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Während sie sich bemühen, mit einer Welt umzugehen, die so groß ist wie ein Küchentisch, befällt sie die graue Vorahnung, dass sie die Welt vielleicht doch etwas zu schief gebaut haben.

»Die Puppenspieler schlagen eine clownesk verschrobene Brücke der Aufklärung aus der Archaik ins Heute und erzählen mit mythischen Mitteln eine philosophisch-politische Gründungsgeschichte, die gegenwärtiger kaum sein könnte. Es geht um die seltsame Unfähigkeit der Menschen zu Gemeinschaft – und um die zwielichtige Funktion von »Bärten«: ihre väterliche Machtaura und all die gut meinende und schlecht seiende Autoritätsgläubigkeit, die sie begünstigen. Mancher mag das für eine verspätete Weihnachtspredigt halten, doch ist dieses große kleine Menschen-Figuren-Theater das genaue Gegenteil.« (Berliner Zeitung)